Mark Mateschitz stand vor einer der schwierigsten Erbfolgen Europas. Doch drei Jahre nach dem Tod seines Vaters steht der Konzern besser da denn je. Wie hat der Junior das geschafft?
Fuschl am See, Salzburg, München. Die Zentrale von Red Bull will sich am liebsten wegducken. Wer nach Fuschl am See fährt, eine halbe Autostunde von Salzburg entfernt, stößt auf kein Straßenschild, kein Logo, keinen Wegweiser. Dass hier zwischen See und Hügeln der größte Energydrink-Hersteller der Welt sitzt, weiß man wegen Google Maps – und dank der 14 bronzenen Bullen, die aus einem vulkanartigen Gebäude auf den Teich hinaushüpfen. Für den Konzern, der seine Markenbotschaft seit Jahrzehnten so lautstark über den Globus schreit, ist das alles hier ziemliches Understatement.
Im Foyer stehen rote Sofas, Magazine des firmeneigenen Medienhauses, ein blau-silbern lackierter Mini Cooper mit Dose auf dem Dach. Weil die Unternehmenskommunikation eine vor Wochen geschickte Anfrage nicht beantwortet hat, nun der direkte Versuch, die Sprecherin zu erreichen. Doch Tina Deutner ist auch hier und heute nicht zu greifen.
Der Rest der Abteilung? „Die arbeiten in Salzburg“, sagt die Empfangsdame. Persönliche Mailadressen darf sie leider nicht herausgeben. Dafür aber gern etwas anderes: „Wollen Sie noch eine Dose mitnehmen?“, fragt sie und deutet auf einen Kühlschrank voller Koffeinbrause.
Gern hätte man mehr erfahren über die Strategie des Unternehmens, das gut drei Jahre nach dem Tod von Gründer Dietrich Mateschitz besser dasteht denn je. Über dessen Sohn Mark, der neben Hotels und anderen Immobilien auch den 49-prozentigen Anteil an Red Bull geerbt hat – und damit mit gerade mal 33 Jahren zum reichsten Österreicher (geschätztes Vermögen laut „Forbes“: 40 Milliarden Dollar) geworden ist. Doch der Konzern mauert Medien gegenüber – wie schon immer.
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