Putins Drohszenario: Wie Italien den Winter ohne russisches Gas überstehen will

Italiens Kohlekraftwerke werden hochgefahren, mehr Erd- und Flüssiggas aus anderen Ländern importiert. Doch all das wird kaum reichen, um Russlands Gas noch in diesem Jahr zu ersetzen.

Rom. Die jüngsten Dienstreisen von Italiens Regierung hatten fast alle die gleiche Mission: unabhängiger von russischem Erdgas zu werden. Premier Mario Draghi und sein Außenminister Luigi di Maio schlossen Abkommen mit Algerien, Katar und Israel, mit Aserbaidschan, Angola und der Republik Kongo.

Vor einem Jahr noch deckten die Importe aus Russland gut 35 Prozent des italienischen Gasbedarfs ab. Im ersten Quartal dieses Jahres lag dieser Wert nur noch bei 21 Prozent. Das liegt vor allem an den Importen aus Algerien, die schon vor Beginn des Ukrainekriegs stark zugelegt haben.

Das Drohszenario von Russlands Präsident Wladimir Putin, den Europäern den Gashahn zuzudrehen, sorgt in Rom für ähnlich große Nervosität wie in Berlin oder Wien. Händeringend ist man auf der Suche nach Alternativen, um durch den nächsten Winter zu kommen. In diesem und im kommenden Jahr sollen neun Milliarden Kubikmeter Gas zusätzlich aus Algerien kommen. Die Pipeline dafür gibt es schon, sie führt über Tunesien bis zur Urlaubsinsel Sizilien, war bisher aber nur zur Hälfte ausgelastet.

Auch die Importe von Flüssiggas (LNG) will man massiv hochschrauben. Erst am Sonntag unterzeichnete der staatliche Gasversorger Eni ein Joint Venture, um gemeinsam mit Katar das Gasfeld „North Field East“ zu erschließen, das größte LNG-Projekt der Welt. Ab 2025 sollen hier jährlich 45 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert und verflüssigt werden. Per Schiff gelangt ein großer Teil davon nach Italien.

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