Vom Obdachlosen zum Autor und Unternehmer

Elf Jahre hat Dominik Bloh auf der Straße gelebt. Nun hat er sein zweites Buch geschrieben und einen Duschbus für Obdachlose geschaffen. Aber der 36-Jährige will viel mehr verändern – und verfällt dabei oft in alte Muster.

Der Ort, der gut zehn Jahre Dominik Blohs Zuhause war, ist an diesem Wintertag nass und zugig. Der Wind pfeift um die stählernen Palmen, die hier als Kunstinstallation über der Elbe thronen.

Von der Rasenfläche des „Park Fiction“ blickt man auf Blohm und Voss, die letzte Großwerft im Hamburger Hafen. Im Schmuddelwetter-Dunst leuchtet die Elbphilharmonie. Zwei Männer spielen auf dem Basketballplatz, ein anderer macht Vollbremsungen auf dem nassen Boden, von einer Bank kommentiert ein Alkoholisierter das Schauspiel.

Zehn Kilometer weiter westlich , im schicken Hamburger Ortsteil Blankenese, berühmt für Villen und Treppenviertel, humpelt Bloh in grauer Jogginghose in den Bahnhofsitaliener. Er hat sich am Morgen die Achillesferse verletzt, Weihnachten mit seinem Sohn in Bayern dürfte flachfallen, Teile seiner Januar-Lesereise muss er möglicherweise absagen.

Kein guter Tag also für Bloh. Aber der 36-Jährige ist nicht schlecht drauf, im Gegenteil. „2024 war ein tolles Jahr, mir geht es gut“, sagt Bloh. Für einen, der zehn Jahre auf Pappkartons geschlafen, der seine Notdurft im Hundepark verrichtet, der mit Drogen gedealt hat, für den hat alles im Leben eine andere Relation.

Über Nacht wurde Bloh 2017 mit seinem Debütroman „Unter Palmen aus Stahl“ zum Bestsellerautor, tourt heute durch die ganze Republik, sitzt in TV-Talkshows, schläft immer wieder in Luxushotels. Er hat das Bundesverdienstkreuz bekommen, ein Unternehmen mitgegründet und berät die Bundespolitik bei der Bekämpfung der Wohnungsnot. Wie hat Bloh es geschafft, sich von ganz unten nach ganz oben zu arbeiten? Und kann er nach all der Zeit wirklich mit seinem ersten Leben abschließen?

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Zur Inauguration setzt Trump auf Populisten statt Diplomaten

Früher gingen vor allem Botschafter zur Amtseinführung eines neuen US-Präsidenten. Donald Trump hat dieses Mal auch zahlreiche Regierungschefs eingeladen. Damit sendet er ein klares Signal.

Berlin, Paris, Madrid, London, Düsseldorf, São Paulo, Peking. Schon Joe Bidens Amtseinführung vor vier Jahren war äußerst ungewöhnlich: Die Sicherheitsvorkehrungen waren extrem hoch, weil wenige Tage zuvor ein aufgebrachter Mob das Kapitol gestürmt hatte. Und wegen der Coronapandemie wurden Masken getragen. Donald Trumps Amtseinführung am kommenden Montag dürfte nicht weniger ungewöhnlich ausfallen – wenn auch aus völlig anderen Gründen.

Einer dieser Gründe ist, dass Trump die Inauguration anders inszeniert als seine Vorgänger. Traditionell sind bei der Zeremonie vor allem US-Bürger anwesend. Geachtet wird dabei vor allem auf die ehemaligen Präsidenten.

Andere Länder sandten lediglich ihre Botschafterin oder ihren Botschafter. Diesmal ist das anders. Trump hat gleich mehrere prominente Politiker und Regierungsvertreter zu seiner Amtseinführung eingeladen – darunter vor allem Rechtspopulisten, Autokraten und Libertäre. Viele haben bereits zugesagt.

So will der argentinische Präsident und Libertäre Javier Milei kommen. Auch Italiens Regierungschefin, die Rechtspopulistin Giorgia Meloni, erhielt eine Einladung bei einem Besuch in Trumps Anwesen Mar-a-Lago vergangene Woche und sagte zu.

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Co-Autoren: Dana Heide, Alexander Busch, Martin Greive, Sandra Louven, Gregor Waschinski, Moritz Koch, Torsten Riecke, Dietmar Neuerer, Simone Gusbeth

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So nimmt dieser Milliardär Einfluss auf deutsche Kernbranchen

Erst Braunkohle, dann Metro, nun Thyssen-Krupp: Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky wird immer einflussreicher in Europa. Was er als Nächstes plant – und wieso er einen Verdacht nicht loswird.

Prag, London, Düsseldorf. Die dunkelgraue Tür quetscht sich zwischen einen Koffershop von Rimowa und eine Boutique von Polo Ralph Lauren an der Luxuseinkaufsmeile in Prag. Wer sie durchschreitet, betritt das Reich eines der einflussreichsten, vermögendsten und zugleich doch rätselhaftesten Unternehmer Europas.

Nur ein dezentes Metallschild neben der Tür weist auf das Firmenimperium hin, das sich hier verbirgt: EPH, das Imperium von Daniel Kretinsky.

Hinter der Tür stehen Weinschachteln und Pakete. Daneben sitzt eine blondierte Dame unter einem Heizpilz. Sie spricht kein Englisch. Aber als sie den Namen Kretinsky hört, tippt sie auf ihrem Handy herum – und reicht das Telefon weiter. „Asistentka“ steht auf dem Display, Assistentin. Die Frau am anderen Ende der Leitung, die offenbar wie Kretinsky in den obersten Stockwerken des Hauses sitzt, muss erst checken, ob der Chef Zeit habe.

In der Zwischenzeit positioniert sich ein muskulöser Mann vor dem Aufzug. „Leider nein“, sagt die Assistentin, als sie sich zurückmeldet. Einen Termin solle man vereinbaren. Den hatte das Handelsblatt mehrfach versucht auszumachen – ohne Erfolg. Man möge doch bitte eine Mail an die Adresse info@gmail.com schreiben, um ein „Appointment“ zu besprechen, sagt die Assistentin. Zurück kommt wie erwartet nur eine Fehlermail.

Daniel Kretinsky, 49 Jahre alt, ist für die Öffentlichkeit ein Phantom. Für Europas Konzernwelt hingegen ist er innerhalb kürzester Zeit einer der größten Player geworden – vor allem für Unternehmen, in die sonst niemand mehr investieren will.

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Co-Autoren: Martin Murphy, Torsten Riecke, Florian Kolf

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„Too big“ für deutsche Parkhäuser: Der Cadillac Lyriq im Autotest

Mit dem Opel-Verkauf hat sich General Motors aus Europa zurückgezogen. Nun wagen die Amerikaner mit ihrer Nobelmarke Cadillac ein zaghaftes Comeback. Wie schlägt sich der Luxus-SUV mit E-Antrieb?

Als ich erfahre, dass mein neuer Testwagen ein Cadillac sein wird, muss ich an meine alten Spielzeugautos denken: amerikanische Straßenkreuzer, mintgrün und rosa, mit verchromten Armaturen, die klobig-kantig über endlose Autoteppich-Highways rollen.

Der American Dream im Kleinformat. Doch wie fühlt sich ein echter, großer Cadillac heute an? Wenn er kein Benzin mehr schluckt und nur noch elektrisch unterwegs ist?

Eine Woche bin ich den Lyriq, wie der E-SUV der US-Marke heißt, über Münchens Straßen und bayerische Autobahnen gefahren. Schon seit 2022 gibt es den Wagen auf dem amerikanischen Heimatmarkt, seit Sommer 2024 bietet die Cadillac-Mutter General Motors das Modell auch in Deutschland an.

GM war einst Mutterkonzern von Opel. Doch nach dem Verkauf an Peugeot-Citroen (heute Stellantis) hat sich der Konzern eigentlich aus Europa zurückgezogen. Gelingt mit dem Lyriq, der rund 80.000 Euro kostet, nun das Comeback? Wird America „great again“?

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