Betrunken ohne Kater – geht das wirklich?

Der Pharmakologe David Nutt will mit Sentia das Trinken neu erfinden. Wir waren in seinem Labor – und haben uns durch die Bar getrunken.

Hemel Hempstead. Das zweistöckige Backsteinhaus gibt keinen Hinweis darauf, dass in diesem Gebäude, in einer Kleinstadt nördlich von London, an der Revolution der Getränkeindustrie gewerkelt wird. Unten ein Chiropraktiker, oben eine Karriereberatung. Dann ist da aber noch das Labor von Gaba Labs.

Dort stehen Flaschen, Kochtöpfe, Gläser mit Pipetten, Einkochautomaten, wie man sie vom Glühwein kennt. Hinter einer Glaswand verläuft ein langer Tisch mit Monitoren – hier arbeiten Produktentwicklung und Marketing. 40 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen mittlerweile. Sie alle eint eine große Vision: einen Ersatzstoff für Alkohol auf den Markt zu bringen, der die erwünschten Eigenschaften der Volksdroge Nummer eins imitiert – und gleichzeitig alle unerwünschten ausradiert.

Betrunken ohne Kater. Klingt zu schön, um wahr zu sein. Wie genau soll das funktionieren? Ich bin skeptisch und will mich selbst von der Wirkung von Sentia überzeugen – so heißt der Kräuter- und Pflanzencocktail, den der Pharmakologe David Nutt und sein Team hier über Jahre entwickelt haben. Und der zumindest einen Vorgeschmack auf den synthetischen Alkohol geben soll, dessen Bauplan längst in Nutts Schublade steckt.

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Diese Dax-Chefs dominierten das Jahr 2025

Die Vorstandschefs von Deutschlands größten Konzernen müssen sich an vielem messen lassen: Firmenperformance, Arbeitgeberimage, persönlicher Beliebtheit. Klicken Sie sich hier durch die Top 10 des vergangenen Jahres.

Um als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer von einem der 40 wertvollsten Unternehmen in Deutschland zu bestehen, reicht es längst nicht mehr, allein den wirtschaftlichen Erfolg im Blick zu haben. Ob ein Vorstandschef (CEO) intern wie extern Rückhalt hat, ob er an Einfluss gewinnt oder verliert: All das hängt maßgeblich auch von anderen Faktoren ab.

Wie ist das persönliche Image des CEOs in der Öffentlichkeit? Wie präsent ist er und mit welchen Themen? Als wie innovativ gilt er? Wie gern – oder ungern – arbeitet seine Belegschaft für ihn? Welchen Ruf hat sein Unternehmen bei Jobsuchenden?

All das hat das Medienforschungsinstitut Mediatenor in seinem „CEO Impact Index“ exklusiv für das Handelsblatt analysiert. Die Fachleute haben von Anfang Januar bis Ende November 2025 knapp 27.000 Beiträge zu den Dax-Chefinnen und -Chefs und ihren Unternehmen ausgewertet, veröffentlicht in Leitmedien aus Fernsehen, Wochen- und Tagespresse und Hörfunk. Herausgekommen ist eine Liste der Top Ten der medial wirksamsten Wirtschaftslenker Deutschlands.

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Co-Autoren: Julia Beil, Lazar Backovic, Axel Höpner, Christof Kerkmann, Andreas Kröner, Yasmin Osman, Susanne Schier, Roman Tyborski

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Warum viele sich in der Rushhour des Lebens gefangen fühlen

Unser Autor wird bald 40. Wie viele seiner Generation fühlt er sich eingeklemmt zwischen Kindern und Karriere. Wie schafft man es in der Lebensmitte, sein Privatleben stressfreier zu gestalten?

München. Es gibt sie oft, diese Momente, in denen alles zu viel wird: Mein Text für den nächsten Tag ist noch nicht fertig, mein großer Sohn will mit mir für den Mathetest lernen, sein kleiner Bruder hat Hunger, eigentlich wollte ich noch joggen. Die Waschmaschine macht dudelnd klar, dass sie fertig ist. Dazu verpasste Anrufe meiner Eltern und meines besten Freundes. Ach ja: Was gibt’s heute Abend eigentlich zu essen?

Immer wieder fühlt es sich an, als wäre ich mitten in der Rushhour des Lebens. Alles passiert gleichzeitig – und der Tag hat zu wenig Stunden dafür. Ich werde bald 40. Eine Zeit, in der nicht nur bei mir zu viel aufeinandertrifft: Kinder, Karriere, Partnerschaft. Dazu das Pflegen von alten Freundschaften, das Aufbauen von neuen, das Netzwerken. Mehr Sport treiben, weil der Körper erste Wehwehchen aufzeigt, der Rücken öfter zwickt.

Es fühlt sich an, als würde sich das Leben wie eine Welle über einem aufbauen. Ist das hier schon die Midlife-Crisis? Oder einfach nur der normale Wahnsinn zwischen 30 und 50? Ich habe bei Psychologinnen und Soziologinnen nachgefragt: Sie erklären, warum sich alles zuspitzt – und was wirklich in der Lebensmitte hilft.

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„Der CEO-Aktivismus ist nicht der richtige Weg im Umgang mit der AfD“

Unternehmensethiker Markus Scholz fordert eine klare Haltung gegen Populisten. Er erklärt, wie Firmen Verantwortung übernehmen können, ohne ihre Belegschaften zu spalten.

Herr Scholz, Sie nennen das politische Engagement von Unternehmen zugunsten der liberalen Demokratie eine „strategisch wichtige Investition“. Wieso?
Wenn man mit dem Ökonomen Milton Friedman argumentiert, ist das alles Diebstahl am Eigentum der Shareholder. Er würde sagen: Unternehmen haben genau eine Verantwortung – die Maximierung von Profiten. Ich finde: Die langfristig bessere Strategie ist es, als Unternehmen die liberale Demokratie zu schützen.

Warum?
Die offene Gesellschaft schützt Unternehmen in fundamentaler Weise. Sie gewährleistet Frieden und Freiheit und ist eine politische Ordnung, die Machtwechsel ohne Gewalt ermöglicht. Unternehmen profitieren von einklagbaren Rechten, unabhängigen Gerichten und einer öffentlichen Sphäre, in der freie Medien Missstände benennen können, etwa dann, wenn Firmen ungerecht behandelt werden. In autokratischen oder populistisch geführten Systemen werden demgegenüber zentrale Funktionsmechanismen der Marktwirtschaft häufig außer Kraft gesetzt.

Angebot und Nachfrage gelten dann nicht mehr?
Genau, erfolgreiches Wirtschaften hängt nicht mehr von der Qualität oder dem Preis eines Produkts ab, sondern häufig von der Nähe des Unternehmens zum Regime. Dies zerstört Wettbewerb, Innovationskraft und Investitionssicherheit. Jeder Bürger und insbesondere Entscheidungsträger in Unternehmen sollten sich bewusst sein, welches Privileg es bedeutet, in einer freiheitlichen und rechtsstaatlichen Gesellschaft arbeiten und wirtschaften zu können.

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