Italien verwendet Coronahilfen für Stadionbau – EU verzögert Auszahlung

Rom will mit EU-Geldern Stadien sanieren und neu bauen. Das Beispiel zeigt, wie schwer sich Italien tut, Brüsseler Gelder sinnvoll auszugeben.

Rom, Brüssel. Das Stadion „Artemio Franchi“ stammt aus den 30er-Jahren, ein denkmalgeschützter Betonklotz, in dem rund 43.000 Fans die Erstliga-Spiele des AC Florenz anschauen können. „Das ist eine sehr gute Nachricht“, freute sich Dario Nardella, Bürgermeister der toskanischen Kunsthauptstadt, als Italiens Regierung beschloss, die Sanierung voranzutreiben – auch mit Millionengeldern aus dem Wiederaufbaufonds, den Europa in der Pandemie auflegte. Das war im April 2021, damals regierte in Italien noch Mario Draghi.

Heute, zwei Jahre und einen Rechtsruck im Land später, drohen Nardellas Träume zu platzen. Grund ist die EU-Kommission: Die Sanierung des Stadions und des Geländes drumherum kostet rund 200 Millionen Euro, 64 Millionen davon sollten aus Brüssel fließen. Daran gibt es nun Zweifel: Obwohl die Kommission Italiens Wiederaufbauplan schon im Juni 2021 genehmigt hat, verlangt sie nun Nachbesserungen – und stoppte vorerst die Auszahlung der nächsten Milliardentranche.

Nicht nur die Stadionpläne in Florenz wackeln: Auch ein Projekt in der Nähe von Venedig soll genauer überprüft werden. Dort soll der „Bosco dello Sport“ mit zwei neuen Sportstätten entstehen. Ein Drittel der Kosten, rund 93 Millionen Euro, sollte mit Geldern aus Brüssel finanziert werden.

(…)

Seit März 2018 sind alle Handelsblatt-Artikel hinter einer harten Paywall. Um Zugriff auf den kompletten Text zu bekommen, brauchen Sie ein Handelsblatt-Abo. Lesen Sie hier weiter: https://www.handelsblatt.com/politik/international/milliardengelder-italien-verwendet-coronahilfen-fuer-stadionbau-eu-verzoegert-auszahlung/29066154.html

Co-Autor: Carsten Volkery

Dieser Beitrag wurde unter Handelsblatt, Politik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.