Das sind die zehn besten Wirtschaftsbücher des Jahres 2024

Herausforderungen der KI, Russlands Einfluss auf die Welt oder das globale Müllproblem – diese zehn Titel stehen auf der Shortlist für das beste Wirtschaftsbuch 2024.

Düsseldorf. Es ist ein neuer Rekord in der Geschichte des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises: Mehr als 90 Einsendungen von nahezu allen namhaften deutschsprachigen Verlagen erreichten die Handelsblatt-Redaktion. Aber nicht nur die Quantität beeindruckte. „Wir hatten in diesem Jahr eine sehr starke Qualität unter den Bewerbern und mussten mitunter lange diskutieren“, sagt der ehemalige Handelsblatt-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs.

Er sitzt der Jury seit vielen Jahren vor. Bei der Auswahl für die Shortlist hat die Redaktion immer den Leitsatz des Preises im Hinterkopf: „Wirtschaft verstehen“ – also ökonomische Zusammenhänge möglichst klar und deutlich zu erklären. Gut lesbar sollen die Titel zudem sein, aktuelle Themen aufgreifen, neue Blickwinkel bieten. Im vergangenen Jahr gelang das dem Journalisten Felix Lee.


Er gewann den Preis für sein Werk „China, mein Vater und ich“, in dem er auf elegante und emotionale Weise die persönliche Lebensgeschichte seines Vaters, der bei Volkswagen in Wolfsburg das Chinageschäft mit aufbaute, mit der Geopolitik verknüpfte.

Auch die zehn Bücher, die es in diesem Jahr in die engere Auswahl geschafft haben, greifen weltbewegende Themen im Kleinen wie im Großen auf, beschreiben die globalen Probleme und Krisen, versuchen sich aber auch an Lösungen und dem Blick auf die großen Chancen, die sich der Menschheit bieten.

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Wie eine Protestwelle das Reisen verändern wird

Die Welt ist zu klein geworden für all die Besucherströme. Wie schaffen es die Top-Ziele, den Übertourismus einzugrenzen – und worauf müssen sich Reisende künftig einstellen?

Xi’An, Frankfurt, Tokio, Madrid, Bangkok, Rom. Von seinem Amtssitz aus blickt Simone Venturini jeden Tag auf die Besuchermassen, die seine Stadt überrennen: Der Palazzo, in dem Venedigs Stadtrat für Tourismus residiert, liegt direkt am Canale Grande, gegenüber von Venedigs Bahnhof.

Die meisten der etwa 100.000 Touristen pro Tag schieben sich von hier durch die kleinen Gassen in Richtung Rialtobrücke und Markusplatz. Zu Stoßzeiten läuft man hier wie in einer Kolonne, stehen bleiben kaum möglich.

Das Lagunenensemble aus Kanälen und Brücken, einer der größten Touristenmagnete Europas, drohte zuletzt an seinen Besuchern zu ersticken: Mehr als 30 Millionen waren es im vergangenen Jahr, zu viel für eine Stadt mit weniger als 50.000 Einwohnern.

Stadtrat Venturini führte deswegen Zugangskontrollen ein. Und er ist nicht der einzige Tourismus-Verantwortliche, der so denkt. Getrieben von Protesten der einheimischen Bevölkerung nehmen weltweit die Restriktionen für Reisende zu – und verändert die Art, wie wir Urlaub machen.

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Co-Autoren: Martin Benninghoff, Gerd Höhler, Jens Koenen, Martin Kölling, Sandra Louven, Mathias Peer

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Was erleichtert Deutschlands Nachbarländern den Immobilienkauf?

Steuern, Notar, Makler: Beim Kauf von Haus oder Wohnung fallen hohe Nebenkosten an. Das ist nicht nur in Deutschland eine Hürde für Käufer. Manche Nachbarländer reagieren bereits.

Wien, Paris, London, Rom. Grunderwerbsteuer, Maklerhonorar, Grundbucheintrag: Nebenkosten, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen, machen in Deutschland den Erwerb einer Immobilie erheblich teurer. Käufer müssen mit zehn bis 15 Prozent des Preises extra kalkulieren, besagt die Faustregel.

Diese finanzielle Belastung wird oft als Hürde für den Kauf von Haus oder Wohnung kritisiert. Doch auch wenn einzelne Bundesländer zuletzt angekündigt haben, hier für Entlastung zu sorgen: 15 der 16 Länder erheben allein einen Grundsteuersatz zwischen 5,0 und 6,5 Prozent.

Nur in Bayern ist es mit 3,5 Prozent deutlich weniger. Dabei gibt es Beispiele im Ausland, wie die Politik Anreize zum Kauf einer Immobilie schaffen will. Österreich etwa erlässt die Gebühren für den Grundbucheintrag, England die Grunderwerbsteuer – unter bestimmten Bedingungen.

Das Handelsblatt hat vier benachbarte Immobilienmärkte analysiert. Es zeigt sich: Jeder Markt hat seine Eigenheiten – und Ungleichheiten. Lesen Sie, was Deutschland von seinen Nachbarstaaten lernen kann.

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Co-Autoren: Meret Baumann, Tanja Kuchenbecker, Torsten Riecke

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Wie die Antinoris seit 700 Jahren erfolgreich Wein herstellen

Die Antinoris produzieren seit dem 14. Jahrhundert Wein in der Toskana. Albiera (links im Bild) leitet als erste Frau die Firma und kauft Weingüter auf der ganzen Welt dazu. Welche Strategie verfolgt sie dabei?

Florenz. Die Antinoris gehören zu den ältesten und größten Weinproduzenten in Italien. 28 Weingüter gehören der Familie aus der Toskana – mittlerweile nicht mehr nur in der Heimat, sondern durch clevere Zukäufe auch in Chile und den USA.

Seit 2017 führt erstmals eine Frau das Unternehmen: Albiera Antinori. Schon mit 18 trat sie ins Familiengeschäft ein, heute lenkt sie gemeinsam mit ihren zwei Schwestern das Weinimperium, das immer weiterwächst und beim Geschäft mit der Exklusivität nicht nur auf neue Märkte, sondern angesichts von Extremwetter auch auf neue Technologien setzt.

28 Weingüter zählt das Familienportfolio mittlerweile, dazu kommen mehrere Restaurants und Bars, etwa in Florenz, Monaco, Zürich oder London, aber auch in Kasachstan und Chile. 500 Mitarbeiter beschäftigen sie, während der Weinlese kommen noch mal über 1000 dazu. Mehr als 20 Millionen Flaschen verkaufen sie pro Jahr. Antinori gehört damit zu den größten Weinunternehmen Italiens.

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