Bürgermeister von Melonis Gnaden – Warum dieser Deutsche Florenz regieren will

Eike Schmidt führte die Uffizien in Florenz, eines der berühmtesten Museen der Welt. Nun tritt er bei der Bürgermeisterwahl in der Stadt an – unterstützt von der rechten Meloni-Koalition. Wieso tut er sich das an?

Florenz. Jahrelang führte Eike Schmidt mit den Uffizien eines der bedeutendsten Museen der Welt. Nun will der Deutsche, der im vergangenen Sommer auch die italienische Staatsbürgerschaft angenommen hat, Bürgermeister in seiner Wahlheimat Florenz werden.

Er tritt für die Wahl am 8. und 9. Juni zwar mit einer bürgerlichen Liste an – wird aber tatkräftig von der rechten Regierungskoalition um Ministerpräsidentin Giorgia Meloni unterstützt.

Für die ist Schmidts mittiger Kurs die einzige Chance, die linke Hochburg zu erobern, die seit 29 Jahren von den Sozialdemokraten regiert wird. Warum tut sich Schmidt den Schritt in die Politik an – und hat er ein reines Gewissen, die Rechten als Steigbügelhalter zu nutzen? 

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Von der Leyen flirtet mit Meloni – Bröckelt die Brandmauer in Europa?

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen schließt eine Kooperation mit Italiens rechter Ministerpräsidentin in einer Debatte am Donnerstag nicht aus. Sie ist auf sie angewiesen.

Brüssel, Rom, Berlin. Zumindest mit einem Thema sorgt die amtierende EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen derzeit für eine Kontroverse: Sie habe mit Italiens rechter Regierungschefin Giorgia Meloni sehr gut im Europäischen Rat zusammengearbeitet, sagte von der Leyen bei der Debatte der europäischen Spitzenkandidaten am Donnerstag.

Meloni sei für Europa und klar gegen Putin. Und sie sei auch für Rechtsstaatlichkeit. „Wenn das so bleibt – dann bieten wir an, zusammenzuarbeiten.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die christdemokratische Politikerin sich dahingehend äußert: „Es hängt sehr stark davon ab, wie sich das Parlament zusammensetzt und wer in welcher Fraktion sitzt“, sagte von der Leyen nur wenige Wochen zuvor über eine mögliche Zusammenarbeit mit der rechtskonservativen Fraktion „Europäische Konservative und Reformer“ (EKR). Sind die Rechten in Europa nun salonfähig geworden?

Von der Leyen, Spitzenkandidatin der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) für die Europawahl in zwei Wochen, hat sich zuletzt häufig mit Meloni getroffen. Sie flogen zusammen nach Tunesien für einen möglichen Flüchtlingsdeal, warben in Ägypten für eine Energiepartnerschaft, waren gemeinsam in der Ukraine, trafen sich in der Region Emilia-Romagna, die im vergangenen Jahr überflutet wurde.

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Co-Autoren: Daniel Delhaes, Olga Scheer

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Generation rechts: Warum junge Europäer immer häufiger rechte Parteien wählen

AfD, Le Pen, Meloni: Für eine wachsende Zahl junger Menschen sind das keine Feindbilder mehr, sondern wählbare Alternativen. Sie schaffen es immer häufiger, cool zu wirken.

Berlin, Brüssel, Madrid, Paris, Rom, Stockholm, Wien. „Jordaaaaaaan, ein Foto!“ Eine junge Französin drängelt sich durch den Pulk um Jordan Bardella. Den Vornamen zieht sie in die Länge wie ein aufgeregter Teenager, der einem Popstar begegnet. Doch Bardella macht keine Musik, sondern Politik. Er trägt einen dunklen Anzug, darunter einen Rollkragenpullover. Und er repräsentiert eine Partei, die bei Frankreichs Jugend bis vor Kurzem so sexy war wie die CD-Sammlung der Eltern.

Bardella ist für den Rassemblement National (RN) unterwegs, der früher Front National hieß. Ein Wahlkampftermin in der Kleinstadt Montereau, anderthalb Autostunden südöstlich von Paris gelegen. Der 28-Jährige gilt als Erbe Marine Le Pens, die der Rechtsaußenpartei ein gemäßigteres und jüngeres Image verpasst hat. Bei der Europawahl Anfang Juni ist Bardella Spitzenkandidat. Dort dürfte der RN klar die stärkste Kraft werden – auch wegen zahlreicher Stimmen von Jungwählern.

Das Phänomen lässt sich nicht nur in Frankreich beobachten. In einer ganzen Reihe von EU-Staaten legen rechtspopulistische Parteien in den jüngeren Altersklassen zu. Bei der Parlamentswahl in den Niederlanden Ende November kam die Partij voor de Vrijheid (PVV) von Geert Wilders bei den unter 35-Jährigen auf 17 Prozent, davor waren es nur sieben Prozent. Als Portugal im März über ein neues Parlament abstimmte, gewann die rechtspopulistische Partei Chega (auf Deutsch: „Es reicht!“) bei Jungwählern stark hinzu.

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Co-Autoren: Gregor Waschinski, Sandra Louven, Olga Scheer, Helmut Steuer, Frank Specht, Meret Baumann, Dietmar Neuerer

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Wieso Luxus aus Europa die Welt noch immer so fasziniert

Der Absatz von Europas Luxusfirmen schwächelt, vor allem in China. Einige sehen eine Krise heraufziehen. Tatsächlich aber hat Europas uralte Branche beste Zukunftsaussichten.

Düsseldorf, Paris, Rom. Der französische Luxuskonzern LVMH hat ein gediegenes Ambiente für seine Hauptversammlung ausgesucht. Die Aktionäre treffen sich im Carrousel du Louvre, einem unterirdischen Saal am berühmten Museum in Paris. Aus Lautsprechern erklingt klassische Klaviermusik, als Bernard Arnault über die Bühne zum Rednerpult schreitet.

Es ist einer der seltenen Auftritte des 75-jährigen Konzernchefs, laut „Forbes“ ist er der reichste Mann der Welt. Arnault nutzt die Veranstaltung am 18. April dieses Jahres, um seinen Aktionären über die komfortable Lage des Unternehmens zu berichten: 2023 sei „ein neues Rekordjahr“ gewesen, das Modehaus Louis Vuitton „die begehrteste Luxusmarke der Welt“.

Dabei ist der Absatz des Luxuskonglomerats und seiner erfolgsverwöhnten Marken Louis Vuitton, Dior oder Bulgari eingebrochen. Nach 13 Prozent organischem Umsatzplus im vergangenen Jahr waren es im ersten Quartal dieses Jahres nur drei Prozent.

Wettbewerber leiden vor allem unter der Nachfrageschwäche des Zukunftsmarktes China. Die Gucci-Mutter Kering musste wegen des Nachfragerückgangs in China eine Bilanzwarnung herausgeben, im ersten Quartal ging ihr Umsatz um zehn Prozent zurück. Der Gewinn droht in der ersten Jahreshälfte gar um bis zu 45 Prozent einzubrechen. Kerings Aktie notiert gerade so tief wie seit Herbst 2017 nicht mehr.

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Co-Autoren: Gregor Waschinski, Michael Scheppe

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