Seit mehr als einem halben Jahr ist der ehemalige Berufspolitiker Vorstandsvize bei Autoland. Das Handelsblatt hat ihn begleitet. Wie macht sich der 47-Jährige in seinem neuen Job?
Brehna, Vaduz, Köln, Rottach-Egern. Als Christian Lindner auf die Bühne in Rottach-Egern tritt, will er eigentlich über seinen neuen Job sprechen: Es ist Mitte März, seit Anfang des Jahres ist er Vizechef von Autoland, einem der größten unabhängigen Autohändler der Republik. Doch hier, beim „Unternehmertag Tegernsee“, einem exklusiven Netzwerktreffen, bei dem man nicht aus dem Bühnenprogramm zitieren darf, bekommt er vor allem Fragen zu seiner Vergangenheit: zur geplatzten Ampelkoalition, zur kriselnden FDP, zu seiner Zeit als Finanzminister.
Lindner, helles Zegna-Jackett, beiges Shirt, schwarze Sneaker, versucht das Gestern wegzuwischen – und bringt die Firma in den Fokus, die er digitalisieren und modernisieren will: einen Betrieb mit 1500 Mitarbeitern, mehr als einer Milliarde Euro Umsatz, bis dato 38 Filialen und einer Zentrale in Sachsen-Anhalt. Brehna statt Berlin. Vorstandsbüro statt Finanzministerium. Unternehmer statt Politiker. Wie ist Lindner dieser Wechsel bisher gelungen?
Das Handelsblatt hat den 47-Jährigen in den vergangenen Monaten bei Auftritten beobachtet, ihn in seiner neuen Wirkungsstätte in der ostdeutschen Provinz besucht und sich bei ehemaligen Weggefährten umgehört.
Herausgekommen ist das Porträt eines Mannes, dem sein öffentliches Bild noch immer äußerst wichtig ist – und den die Vergangenheit immer wieder einholt. Will er wirklich nicht zurück?
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Mitarbeit: Jan Hildebrand

