Nato-Forschungschefin Florence Gaub erklärt, warum ein Bodenkrieg im Iran unwahrscheinlich ist, wieso der Konflikt trotzdem eskaliert – und weshalb Donald Trump den Krieg politisch braucht.
Frau Gaub, aus Ihrer Sicht als Nato-Forschungschefin und Militärstrategin: Wie weit sind wir von der nächsten Eskalationsstufe, einem Bodenkrieg der USA im Iran, noch entfernt?
Noch wesentlich weiter, als man denkt. Je weniger Sie auf dem Boden aktiv werden wollen, desto stärker eskalieren Sie in der Luft. Von Anfang an war Boden eigentlich nie eine Option. Es ging immer darum, das iranische Regime so zu schwächen, dass es an den Verhandlungstisch kommt.
Das versucht man seit Jahrzehnten …
Was ich mir im Extremfall vorstellen könnte, ist ein Spezialeinsatzkommando, das versucht, das iranische Uran zu finden. Aber Truppen? Für ein Land dieser Größe, noch größer als der Irak, brauchen Sie entsprechend auch noch mehr Soldaten. Allein von der Mobilisierung her bräuchten Sie drei Monate, um die Truppen dorthin zu bringen.
Wäre ein Bodenkrieg militärisch sinnvoll?
Es gibt schon ein Beispiel, wo das funktioniert hat: Deutschland 1945. Man kann in ein Land reingehen, es komplett besetzen, die Regierung ersetzen. Aber Deutschland war insofern die Ausnahme, als die Alliierten die Vision hatten, so lange zu bleiben, wie es nötig war. Sie hatten ein umfassendes wirtschaftliches und politisches Projekt.
(…)
Seit März 2018 sind alle Handelsblatt-Artikel hinter einer harten Paywall. Um Zugriff auf den kompletten Text zu bekommen, brauchen Sie ein Handelsblatt-Abo. Lesen Sie hier weiter: https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-die-usa-haben-bisher-keines-ihrer-strategischen-ziele-erreicht/100211150.html

