Der Pharmakologe David Nutt will mit Sentia das Trinken neu erfinden. Wir waren in seinem Labor – und haben uns durch die Bar getrunken.
Hemel Hempstead. Das zweistöckige Backsteinhaus gibt keinen Hinweis darauf, dass in diesem Gebäude, in einer Kleinstadt nördlich von London, an der Revolution der Getränkeindustrie gewerkelt wird. Unten ein Chiropraktiker, oben eine Karriereberatung. Dann ist da aber noch das Labor von Gaba Labs.
Dort stehen Flaschen, Kochtöpfe, Gläser mit Pipetten, Einkochautomaten, wie man sie vom Glühwein kennt. Hinter einer Glaswand verläuft ein langer Tisch mit Monitoren – hier arbeiten Produktentwicklung und Marketing. 40 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen mittlerweile. Sie alle eint eine große Vision: einen Ersatzstoff für Alkohol auf den Markt zu bringen, der die erwünschten Eigenschaften der Volksdroge Nummer eins imitiert – und gleichzeitig alle unerwünschten ausradiert.
Betrunken ohne Kater. Klingt zu schön, um wahr zu sein. Wie genau soll das funktionieren? Ich bin skeptisch und will mich selbst von der Wirkung von Sentia überzeugen – so heißt der Kräuter- und Pflanzencocktail, den der Pharmakologe David Nutt und sein Team hier über Jahre entwickelt haben. Und der zumindest einen Vorgeschmack auf den synthetischen Alkohol geben soll, dessen Bauplan längst in Nutts Schublade steckt.
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